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Ernst, Katharina

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ab 19.11.2026
‚Arisierung‘ in Stuttgart
‚Arisierung‘ in Stuttgart ISBN 978-3-95505-637-7
Systematisch wurden ab 1938 die deutschen Jüdinnen und Juden wirtschaftlich enteignet, was einen weiteren Schritt zu ihrer völligen Entrechtung und späteren physischen Vernichtung durch das NS-Regime markierte. Jüngere Forschungen haben gezeigt, wie sehr auch die Kommunen als untere staatliche Ebene in diesen Prozess eingebunden waren, ihn mitgestalteten und von ihm profitierten. Das vorliegende Buch untersucht, wie diese wirtschaftliche Ausplünderung in Stuttgart konkret verlief und welche Rolle insbesondere die Stadt Stuttgart mit ihrem Liegenschaftsamt dabei spielte. Über dieses Amt erwarb sie zwischen 1933 und 1945 zahlreiche Immobilien aus jüdischem Besitz und unterschied sich dabei hinsichtlich Rücksichts- und Empathielosigkeit kaum von anderen Akteuren. Effizienzdenken und der finanzielle Vorteil standen klar im Vordergrund – auch nach 1945, als es der Stadt gelang, selbst von der ‚Wiedergutmachung‘ noch zu profitieren. Christoph Raichle, Dr. phil., studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Stuttgart. Seit über 20 Jahren erforscht er die Geschichte der NS-Zeit und arbeitet derzeit als Historiker in der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart sowie als Lehrbeauftragter der Universität. Zuletzt erschien von ihm eine umfangreiche Studie zur finanziellen Entrechtung der Juden in Baden und Württemberg in der NS-Zeit durch die Landesfinanzbehörden. Katharina Ernst (Hrsg.), Christoph Raichle, ‚Arisierung‘ in Stuttgart. 232 Seiten mit 12 Schwarz-Weiß-Abbildungen, fester Einband. ISBN 978-3-95505-637-7. EUR 25,00.

Regulärer Preis: 25,00 €
Tödliche Razzia.
Tödliche Razzia. ISBN 978-3-95505-497-7
Stuttgart, 29. März 1946: Im Zuge einer Schwarzmarkt-Razzia wird der Auschwitz-Überlebende Shmuel Dancyger von einem deutschen Polizisten erschossen. Erst kurze Zeit zuvor hatte er seine Familie wiedergefunden: Auch seine Frau und Kinder hatten das Vernichtungslager überlebt. Gemeinsam bewohnten sie ein Zimmer in der oberen Reinsburgstraße. Von 1945 bis 1949 lebten hier, in einem aus beschlagnahmten Privatwohnungen bestehenden Displaced Persons-Camp, hunderte polnisch-jüdische Holocaustüberlebende. Auf baldige Emigration nach Israel oder in die USA hoffend, etablierten sie im Stuttgarter Westen unter alliiertem Schutz ein vielfältiges, selbstverwaltetes Alltags- und Kulturleben. Die tödliche Razzia im März 1946 war ein brutaler Übergriff auf diesen Schutzraum. Wie war das möglich, kaum ein Jahr nach Kriegsende? Wie konnte die Stuttgarter Polizei eine weitgehend eigenmächtige Razzia durchführen – war sie doch den US-Alliierten unterstellt? Weshalb wurde der Täter nie identifiziert, obwohl die Amerikaner im Nachgang Ermittlungen anstellten? Wie reagierten die jüdischen Überlebenden auf die Razzia? Diese Fragen stehen im Zentrum des Buches, das sich vor allem dem Zusammenhang von Antisemitismus und polizeilicher Resouveränisierung und der Selbstbehauptung der jüdischen Überlebenden im DP-Camp widmet. Io Josefine Geib hat an der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) Paris Geschichte studiert. Neben der Antisemitismus und Holocaustforschung zählen auch migrationsgeschichtliche sowie geschichtsphilosophische Fragen zu ihren Forschungsinteressen. Derzeit promoviert sie über die Geschichte der Restitution der von den Nationalsozialisten in Frankreich geraubten Bücher. Io Josefine Geib, Tödliche Razzia. Antisemitismus, Polizeigewalt und die Erschießung eines Auschwitz-Überlebenden in Stuttgart 1946. Herausgegeben durch Katharina Ernst. 192 Seiten mit 38 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, fester Einband. ISBN 978-3-95505-497-7. EUR 25,-

Regulärer Preis: 25,00 €