Karl Schloß war eine beachtliche literarische Begabung der Münchner Kulturszene um 1900 und führte ein unkonventionelles Leben, das man heute mit „Patchwork-Familie“ etikettieren würde. Als Existenzgrundlage übernahm der Nachfahre jüdischer Kaufleute 1918 im pfälzischen Alzey das väterliche Tabakwarengeschäft, bis dessen Niedergang 1933 durch den NS-Staat eingeleitet wurde. Er musste ins benachbarte Ausland emigrieren und sein Leben endete schließlich in Auschwitz. Das Leben und das Schicksal von Karl Schloß sind beispielhaft für seine Zeit und das Milieu, aus dem er kam. Durch sein künstlerisches Erbe, viele erhaltene Briefe, Interviews mit überlebenden Nachkommen, eine jahrzehntelange Spurensuche und intensive Recherchen auch in seiner eigenen Familiengeschichte gelang es Johannes Matthias Michel auf eindrückliche Weise, den Dichter Karl Schloß und seine Angehörigen dem Vergessen zu entreißen und ihnen wieder ein Gesicht zu geben.
Johannes Matthias Michel, Seht, wie man mich zerschlägt in tausend Scherben.Der Dichter Karl Schloß (1876–1944) und das Schicksal seiner deutsch-jüdischen Familie.176 Seiten mit 60 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-331-4. EUR 17,90.
Die Autorin nimmt den Leser mit in ihre Jugendzeit während der Jahre 1944–1948. Eindrücklich schildert sie die Verzweiflung der letzten Kriegsmonate und die Hungerjahre der Nachkriegszeit, in denen sie, wie so viele Angehörige ihrer Generation, den Verlust von Heimat und Familie gleichermaßen zu bewältigen hatte.
Dorothea Conrad, Schreib auf, worüber du nicht sprechen kannst.4., durchgesehene Auflage. 280 Seiten mit 16 Abbildungen, Leineneinband mit Schutzumschlag. ISBN 978-3-89735-650-4. EUR 14,90.
Die Geschichte von Kurt Klein und seiner Frau Gerda Weissmann-Klein geht einem unter die Haut.Beide sind jüdischer Herkunft, verlieren als junge Menschen ihre Eltern durch die Judenverfolgung und haben in vielerlei Hinsicht unter dem Naziregime zu leiden. Anhand zahlreicher Briefe von Kurts Eltern an ihre Kinder wird das Schicksal jüdischer Menschen im Dritten Reich direkt erfahr- und erlebbar. Kurt, in Walldorf bei Heidelberg geboren und aufgewachsen, gelingt rechtzeitig die Flucht in die USA und er kehrt als „Ritchie Boy“, als Teil der US-Army, 1943 nach Europa zurück. Gerda überlebt nur knapp ihre rund zweieinhalb Jahre andauernden Aufenthalte in verschiedenen Arbeitslagern, darunter zum Beispiel Bolkenhain und Merzdorf, sowie einen viermonatigen „Todesmarsch“ von Grünberg bis nach Volary. Trotz aller Widrigkeiten treffen die beiden am 7. Mai 1945 aufeinander und es beginnt eine berührende Liebesgeschichte. In den USA gehört sie zu den bekanntesten Darstellungen der Erinnerung an den Holocaust – von der Bedeutung vergleichbar mit dem Tagebuch der Anne Frank in Deutschland. Das Buch von Gerda Weissmann-Klein, All But My Life, erlebte Dutzende Auflagen und wurde 1994 verfilmt. Der Film erhielt 1995 einen „Oscar“. In Deutschland ist die Geschichte kaum bekannt – Wolfgang Widder trägt mit seiner biografischen Skizze dazu bei, das zu ändern.
Wolfgang Widder, Kurt Klein. Eine biografische Skizze mit einem Beitrag von Jim Klein.88 Seiten mit 54 Schwarz-Weiß-Abbildungen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-332-1. EUR 16,90.
Heidelsheim im Saalbachtal – frühbesiedeltes Land seit der Steinzeit, erstmals 770 urkundlich erwähnt, mittelalterliche Stauferstadt und lebenswerter Stadtteil der Stadt Bruchsal. Auf rund 850 durchgehend farbig illustrierten Seiten schlägt das vorliegende Werk einen breiten Bogen von der Vor- und Frühgeschichte bis zur Gegenwart über alle wesentlichen Epochen und Ereignisse hinweg. Die Beiträge der insgesamt fast 30 Autorinnen und Autoren lassen „Werden und Wandel einer Kraichgauer Stadtgemeinde" mit Blick in die Historie exemplarisch lebendig werden. Unterschiedlichste Schlaglichter auf zentrale Themen der Ortsentwicklung machen die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Geschichte Heidelsheims verständlich. Ebenso werden Themen aus dem kulturellen und gemeinschaftlichen Leben in der Gemeinde aufgegriffen – einschließlich einer aktuellen Chronologie der jüngsten Heidelsheimer Entwicklungen bis in das Jahr 2022. Das Buch bietet eine anregende und abwechslungsreiche Lektüre mit großer Vielgestaltigkeit der Themen und Darstellungsweisen.
Stadt Bruchsal (Hrsg.), Heidelsheim – Werden und Wandel einer Kraichgauer Stadtgemeinde. Von der Vorzeit bis in die Gegenwart.Mit Beiträgen von Thomas Adam, Stefan Baust und Steffen Maisch.848 Seiten mit 731 meist farbigen Abbildungen und 28 Tabellen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-316-1. EUR 34,80.
Mit der Altweibermühle legte Eugen Fischer im Jahr 1929 den Grundstein für Tripsdrill, Deutschlands ersten Erlebnispark. Im Laufe der Jahre entwickelte sich Tripsdrill zu einem der angesehensten Freizeitparks in ganz Europa mit inzwischen über 100 Attraktionen – von rasanten Achterbahnen über gemütliche Pferdekutschfahrten bis hin zum Wildparadies mit mehr als 60 Tierarten – für einen Tag voller Abenteuer.Ein weiteres Vergnügen, auch für zu Hause, gibt es jetzt in Form eines kunterbunten Tripsdrill-Wimmelbuchs, liebevoll gezeichnet von der bekannten Illustratorin Tina Krehan, die schon einige Wimmelbücher über Regionen in Baden-Württemberg gestaltet hat. Der Rasende Tausendfüßler findet sich ebenso darin wie der Murmel-Turm, das Seifenkisten-Rennen, die drehenden Suppenschüsseln und und und …Zwölf lebhafte, farbenfrohe Seiten auf festem Karton versprechen ausgiebige Unterhaltung, ergänzt durch lustige Suchrätsel für findige Entdecker rund um den beliebten Freizeitpark und seine vielfältigen Angebote für Klein und Groß.Seht selbst, wie großartig es in Tripsdrill wimmelt!
Tina Krehan, Erlebnispark Tripsdrill. Das Wimmelbuch.12 Seiten im attraktiven quadratischen Format, stabiler Karton.ISBN 978-3-95505-346-8. EUR 12,00.
Der aktuelle 61. Band der traditionsreichen Heimatbuchreihe des Landkreises Rastatt ist wieder ein besonderes Lesevergnügen geworden. Das Heimatbuch berichtet auf 256 reich bebilderten Seiten über vielfältige Themen aus den Bereichen Aktuelles und Gegenwart, Natur und Umwelt, Kunst, Kultur und Lebensart sowie der Geschichte unseres mittelbadischen Raumes. Aus dem Inhalt: • Highlights und Brennpunkte. 2021 im Rückblick • Alles inklusive? Die Augusta-Sibylla-Schule: auch nach 60 Jahren wichtig im Bildungsmix • Dr. Paul Bartsch und das Schwarzwald-Kinderkurheim Nickersberg • Das Medienzentrum Mittelbaden (MZM) in Bühl • Ehrenamtliche Flüchtlingsprojekte im Landkreis Rastatt • Die Bildhauerin Gudrun Schreiner • Die Musicals der Jugendkirche Via in Durmersheim: handgemachte, lebendige Bibelerzählungen • Das Theater im Kurpark Gernsbach • Hexen in der Grafschaft Eberstein • Der 22. August 1944 und die „Aktion Gewitter“ im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden • Kronimus – der steinige Weg zum Erfolg • Landrat Toni Huber – ein Nachruf • Carl Leopold Netter – zum 100. Todestag des Bühler Ehrenbürgers • Schiffe und Brücken überwinden Trennungen – Colette Meyer, geboren 1945 in Drusenheim, verheiratet in Lichtenau • Nachruf auf Winfried Krieg – Förderer der Hub • Winfried Krieg und die Stiftung Hub • Winterhurzle, Schnabbelbomble und Doppelaugen – Familie Burgert und der Weinanbau in Bühl-Affental • Klappern gehört zum Handwerk – Störche in Mittelbaden • Der Goldkanal – Mythos und Wirklichkeit • 100 Jahre Stadt Gaggenau (1922 – 2022) • Zum Zusammenschluss von Elchesheim und Illingen im Jahre 1971 • Beinheimer Brücke, Wintersdorfer Brücke, Roppenheimer Brücke – viele Namen für ein wunderbares historisches Bauwerk zwischen dem Elsass und Baden • Bücherecke im Heimatbuch
Landkreis Rastatt und Christian Dusch (Hrsg.), Interessantes aus dem Landkreis – Menschen und Geschichten 2022.Reihe Heimatbuch Rastatt. Landkreis Rastatt. einschließlich der früheren Heimatbuchreihe „Um Rhein und Murg“, Band 61.256 Seiten mit 238 meist farbigen Abbildungen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-344-4. EUR 16,90.
Oskar Behrens’ sechster Fall «Dann erschiess‘ dich doch!» So steht es auf einem Zettel in der Hand eines jungen Mannes, der auf dem Zentralfriedhof tot aufgefunden wird. Auf dem Grab von Fabio Gotti 1948 – 2022. Ausgerechnet er! Denn die Waffe neben dem Toten gehörte dem im Grab Liegenden und die ominöse Botschaft auf dem Zettel stammt aus seiner Feder. Sicher ist nur eines: Fabio Gotti kann nicht der Mörder sein. Oder doch? Eine verworrene Geschichte, der Oskar Behrens auf den Grund geht. Ein Kriminalroman von Pierre Magnan führt ihn in die Fremde, ein fremdes Gesicht auf die richtige Spur. Vieles wäre Behrens erspart geblieben, hätte er ein Gedicht zur rechten Zeit gelesen.
Franz Osswald, Im Gesicht eines Fremden. Eine Kriminalerzählung aus Basel.160 Seiten, fester Einband.ISBN 978-3-95505-349-9. EUR 18,90.
Die 34 schönsten Touren im Ortenaukreis Von der fruchtbaren Rheinebene über die sonnenverwöhnten Rebhänge bis hin zu den Höhenlagen des Schwarzwalds – die Ortenau besticht durch ihre vielseitige Natur- und Kulturlandschaft, in der es sich herrlich wandern lässt. Bei über 1700 Sonnenstunden im Jahr lohnt sich zu jeder Jahreszeit ein Ausflug in den größten Landkreis Baden-Württembergs – ganz gleich, ob Sie auf der Suche nach Erholung, Genuss oder Abenteuer sind, ob Sie die kleine Spazierrunde oder die ambitionierte Wandertour bevorzugen. Neben einem gut ausgebauten Wanderwegenetz locken unzählige kulturelle und kulinarische Highlights, eine unverwechselbare Sagenwelt, weltbekannte Trachten, traditionelles wie modernes Kunsthandwerk, exzellente Weine und nicht zuletzt die legendäre Schwarzwälder Kirschtorte. → Praktische Hinweise zur Anfahrt, auch mit dem ÖPNV → Detaillierte Karten zu jeder Tour sowie ein Übersichtsplan → Mit GPS-Tracks zum Download → Wissenswertes zu Sehenswürdigkeiten am Wegesrand und Einkehrmöglichkeiten
Download der GPS-Daten der Touren
Michael Erle, Wandern im Ortenaukreis. Die 34 schönsten Touren.176 Seiten mit 141 farbigen Abbildungen, 34
Tourenkarten sowie 1 Übersichtskarte, Klappenbroschur im handlichen Taschenformat.ISBN 978-3-95505-321-5. EUR 17,90.
Am 27. Januar 2020 wurden die ersten Coronafälle in Deutschland bekannt. Nichts ahnend, was für eine Katastrophe auf uns zukommen würde, hatten wir – wie in den Jahren zuvor – zu meinem Geburtstag Anfang März einige Gäste eingeladen! Nach dem 9. März 2020, als die ersten Todesfälle bestätigt wurden, überschlugen sich die Berichte über Corona in den Medien. Es gab die ersten Hamsterkäufe, das Toilettenpapier verschwand aus den Regalen. Am 27. März fand ich heraus, warum das geschehen war, und setzte mich an meinen Zeichentisch. Es entstand die erste Karikatur. Die Welt hatte sich verändert. Fast jeden Tag gab es neue Schreckensbotschaften. So hatte ich immer etwas zu tun. Am Datum auf den Cartoons kann man gut erkennen, wann und zu welchen Nachrichten mir etwas eingefallen ist: Am 29. September 2020 die ersten deutschlandweiten Einschränkungen, zu Hause bleiben war angesagt. Am 27. November 2020 wurden 1.000.000 Corona-Infektionen bestätigt. Die ersten Corona-Impfungen wurden am 26. Dezember 2020 verabreicht. Einschränkungen sollten befolgt werden. Corona ging ins zweite Jahr. Meinen runden Geburtstag hatten wir auf das nächste Jahr verschoben, in der Hoffnung, dass dann alles vorbei sei. Mit 80 hatte ich jedoch das Glück, endlich geimpft zu werden.
Diethard Kokoska, Mein Corona-Tagebuch.128 Seiten mit 127 Karikaturen, Broschur.ISBN 978-3-95505-225-6. EUR 14,90.
Als der preußische König Friedrich Wilhelm IV. (1795–1861) am 3.April 1849 die ihm von Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung angebotene Kaiserkrone zurückwies, kam es zu einem letzten revolutionären Aufbäumen der deutschen Freiheits- und Einheitsbewegung von 1848/49, der sog. Reichsverfassungskampagne. Während in den meisten deutschen Staaten die Aufstände mit der Hilfe regierungstreuer Truppen niedergeschlagen wurden, führte in Baden die durch den Soldatenaufstand von Rastatt am 11./12. Mai 1849 ausgelöste Meuterei fast aller Garnisonen zum entscheidenden revolutionären Impuls, der zur Flucht des Großherzogs und der Übernahme der Regierungsgewalt durch den Landesausschuss der Volksvereine führte. Das über die Volksvereine verbreitete demokratische Gedankengut hatte erstmals auch Zugang und Verbreitung im badischen Militär gefunden. Die badischen Soldaten betrachteten die Reichsverfassungskampagne als einen Kampf für ihre eigenen Rechte und waren vor allem nicht mehr bereit auf Bürger zu schießen, die sich für diese Verfassung einsetzten. Sie wollten „Bürgersoldaten“ sein.Die vorliegende sozialhistorische Analyse der konditionierenden Faktoren des Rastatter Soldatenaufstandes beschäftigt sich nicht nur mit seinen Ursachen, Anlässen und Entstehungsformen. Sie enthält auch eine Auswertung der biografischen Daten der in führender Funktion beteiligten Soldaten mit den daraus hergeleiteten Rückschlüssen über soziale Herkunft, Motivation, Art der Beteiligung und Grad der Politisierung.
Jürgen Dick, Die Bürgersoldaten von Rastatt. Der badische Militäraufstand vom Mai 1849 im Rahmen der Reichsverfassungskampagne.100 Seiten mit 5 Abbildungen, Broschur.ISBN 978-3-95505-342-0. EUR 19,90.
Flora Germanica Band 1–3 gibt es auch zusammen für 220 € hier!
Der vollständige Atlas der deutschen Flora
In Deutschland wachsen rund 2.800 einheimische Blütenpflanzen, Farne und Bärlappe. Hinzu kommt eine ähnliche Zahl eingeschleppter Neophyten und verwilderter Zier- und Nutzpflanzen. Damit besitzt Deutschland trotz aller menschlichen Eingriffe immer noch eine artenreiche Flora. Ein Großteil der Arten gilt jedoch als gefährdet und wurde auf kleine Flächen zurückgedrängt. Die Bände 1 und 2 enthalten insgesamt 4.600 Arten, Unterarten und Varietäten, also alle einheimischen Arten sowie alle regelmäßig gefundenen Neophyten und Hybriden. Weitere rund 1.500 sehr selten und unbeständig gefundene Arten werden im Text erwähnt.
Die meisten Pflanzen werden in jeweils zwei Bildern porträtiert (in Summe über 9.000 Bilder). Zu jeder Sippe wird eine ausführliche Beschreibung gegeben, außerdem Angaben zur Verbreitung und Häufigkeit, zum Gefährdungsstatus und zu den Lebensräumen. Über Symbole wird auf Lebenszyklus, Giftigkeit, Essbarkeit, Lebensweise und an der jeweiligen Art lebende Insektengruppen hingewiesen. Einleitende Kapitel widmen sich dem Stammbaum und den Lebensräumen. In ausführlichen Indizes werden u. a. die Fachbegriffe erklärt. Eine umfangreiche, aktuelle Literaturliste enthält die wichtigsten Veröffentlichungen der letzten 30 Jahre zur Flora Deutschlands. Die „kritischen“ Gattungen (z. B. Brombeeren oder Löwenzähne) mit rund 1.300 schwer bestimmbaren Arten werden in einem dritten Band behandelt, der in Vorbereitung befindlich ist.
Das Werk richtet sich an Naturschützer sowie Naturschutzbehörden, Pflanzenenthusiasten und ganz allgemein an alle, die an unserer Natur interessiert sind und sie erhalten wollen. Hier werden die aktuellen Erkenntnisse zusammengefasst, die Bestimmung auch für Nicht-Biologen erleichtert und damit wichtige Anregungen für den Schutz und Erhalt unserer heimischen, weiterhin sehr bedrohten Flora gegeben.
Michael Hassler/Thomas Muer, Flora Germanica. Alle Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands in Text und Bild.Artenbeschreibung überwiegend von Thomas Meyer.Band 1 & Band 2 zusammen 1712 Seiten mit über 9000 Fotos, fester Einband im repräsentativen Großformat.ISBN 978-3-95505-333-8. EUR 160,00.
Josef Kaiser kommt 1921 als Kind eines dunkelhäutigen französischen Besatzungssoldaten und einer deutschen Mutter in Speyer zur Welt. Er wächst in bitterer Armut auf und wird wegen seiner Hautfarbe ausgegrenzt. Als hervorragender Sportler kämpft er um Anerkennung, scheint beim Zirkus eine neue Heimat zu finden, versucht als Schiffsjunge vor den Nazis zu fliehen, die ihn zwangssterilisieren wollen … Michael Lauter ist den Spuren Josef Kaisers sorgfältig nachgegangen und erzählt sein Leben mit bewundernswertem Einfühlungsvermögen und lebendigen Illustrationen, die den Leser unmittelbar ins Geschehen hineinversetzen. Spannend und ungemein berührend ist diese Lebensgeschichte und angesichts eines wieder aufkeimenden Rassismus’ von bedrückender Aktualität.
Michael Lauter, Der schwarze Kaiser. Die Geschichte des Josef Kaiser aus Speyer.168 Seiten mit 100 meist farbigen Illustrationen, fester Einband im repräsentativen Großformat.ISBN 978-395505-343-7. EUR 24,80.
Wenn es um das Fürstbistum Speyer im 18. Jahrhundert geht, ist zumeist von Bischof von Schönborn, dem Erbauer des Bruchsaler Schlosses, oder seinem Nachfolger von Hutten, der für dessen prunkvolle Ausstattung sorgte, die Rede. Dem Leben ihrer Untertanen gilt wenig Aufmerksamkeit. Doch um diese Menschen geht es in dieser Publikation – exemplarisch dargestellt an der Gemeinde Forst, nur wenige Kilometer vom Sitz der Herrschaft entfernt. Vor allem anhand der Mitte des 18. Jahrhunderts angelegten Schatzungsbücher – auch von anderen Gemeinden wie Hambrücken, Weiher und Stettfeld – wird das Leben in einer mittlerweile ziemlich fernen Welt sichtbar, wenn auch nicht allumfassend. Geschildert werden das Zusammenleben vieler Armer und von wenigen Wohlhabenderen in unmittelbarer Nachbarschaft, die Allgegenwart des Todes, vor allem bei Kindern, die Besitz- und Arbeitsverhältnisse, aber auch die Möglichkeiten des Feierns und das Eingebundensein in einer katholischen Welt. Es erstaunt dabei immer wieder, mit welchem Einfallsreichtum die Einwohner des kleinen Hochstifts (mit damals vielleicht 35.000 Einwohnern insgesamt) vorbei an herrschaftlichen Verordnungen und Vorgaben ihren Weg durch das Leben meisterten. Die Grenzen der absolutistisch ausgerichteten Fürstbischöfe werden an vielen Beispielen deutlich. Alles in allem entsteht ein lebendiges Bild der ländlichen Welt in einem geistlichen Staat Mitte des 18. Jahrhunderts.
Konrad Dussel, Forst, Anno 1757. Ein Dorf und sein Umfeld im Fürstbistum Speyer.Beiträge zur Geschichte des Landkreises Karlsruhe, Band 11.296 Seiten mit 70 meist farbigen Abbildungen, Grafiken und Diagrammen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-326-0. EUR 19,90.
Eine elsässische Familiengeschichte und die Schatten des Zweiten Weltkriegs Lucien hatte als Kind gesehen, wie die Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrten. Dann kam die Machtergreifung Hitlers. 1944 wird er in die deutsche Armee eingezogen – gegen seinen Willen. Trümmerberge und Aschewolken zeichnen das Land. Nur knapp überlebt er einen Angriff, der fast seine ganze Truppe tötet. Nach diesem Erlebnis schließt sich Lucien den französischen Streitkräften an, doch das Misstrauen gegen ihn ist groß. Als Elsässer bewegt er sich zwischen den beiden Nationen. Und auch mit dem Ende des Krieges ist der Kampf für Lucien nicht vorbei. Er kehrt nach Hause zurück – der Welt fremd geworden und unfähig, am Leben teilzunehmen. In einer Zeit des Hungers, der Not und des Wiederaufbaus. Nach und nach wird das wahre Ausmaß der Gräuel des Krieges für die ganze Welt sichtbar. Doch seine Familie gibt ihn nicht auf und sucht Hilfe bei jenen Männern, die Lucien aus dem Ersten Weltkrieg heimkehren sah, damit er seine traumatischen Erlebnisse verarbeiten kann. Die Wut – der zweite Band der Trilogie Chaos an den Grenzen – schildert die Ereignisse des Jahres 1944, das Kriegsende und die harten ersten Jahre des Wiederaufbaus.
Guy Haasser, Die Wut. Chaos an den Grenzen – Ein Familienroman aus dem Elsass.Chaos an den Grenzen, Bd. 2.300 Seiten, Broschur.ISBN 978-3-95505-345-1. EUR 16,90.
Helene Wolf, die respektable Kaufmannsgattin, hat ein Problem. Vor wenigen Tagen, am 7. Oktober 1865, ist in Mannheim ein Mord geschehen. Eigentlich sind Kriminaluntersuchungen und Gerichtsverfahren keine Frauensache. Gerne würde sie die Suche nach dem Mörder den zuständigen Behörden überlassen. Doch es droht ein Familienskandal. Aber wie kann eine Frau, die ihren Wissensstand dürftig findet, einen Mord aufklären? Ärgerlicherweise hat sie keinen Zugang zu offiziellen Informationen und noch dazu muss sie im Interesse der Familie äußerst diskret vorgehen. Dann ist da noch die ganze Hausarbeit! Die Dienstboten müssen überwacht werden, gesellschaftliche Verpflichtungen fordern ihren Tribut, in Berlin und Leipzig entsteht die Frauenbewegung und zu allem Überdruss gibt es auch noch Krieg zwischen Preußen und den süddeutschen Staaten. Der historische Kriminalroman spielt in Mannheim, dem Odenwald und Berlin. Er begleitet die Recherchen von Helene Wolf über ein Jahr hinweg zwischen dem 11. Oktober 1865 und dem 6. September 1866.
Sylvia Schraut, Eine Frau muss schweigen können. Historischer Kriminalroman.280 Seiten, Broschur.ISBN 978-3-95505-328-4. EUR 16,90.
Der Getreideanbau prägte Yach über Jahrhunderte und diente vor allem der Selbstversorgung. Heute lohnt es sich nicht mehr, Getreide anzubauen. Nach wie vor wird aber das Brotbacken gepflegt. Viele Höfe am „Brotweg“ verkaufen Bauernbrot. Ganz verschwunden ist die Steinhauerei, die von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts eine wichtige Einkommensquelle für die Yacher Bevölkerung war. Zugleich ist sie ein Beispiel für die Integration italienischer Fachkräfte. Das Buch stellt insofern zwei wesentliche frühere Lebensgrundlagen in Yach vor. Sie sollen nicht vergessen werden, damit nicht nur wir, sondern auch zukünftige Generationen Einblicke in frühere Lebens- und Wirtschaftsformen nehmen können, aus denen sich unsere heutige Existenz entwickelt hat. Die Darstellung beruht auf mündlicher Überlieferung und Archivstudium und wird durch zahlreiche Abbildungen ergänzt.
Hrsg. von der Ortsverwaltung Yach sowie Heimat- und Landschaftspflegeverein Yach.Von Brot und Steinen. Lebensgrundlagen in Yach.Beiträge von Leo Burger, Heiko Haumann, Jürgen Herr, Siegfried Hug, Caroline Schätzle.Lebendige Geschichte in Yach, Band 7. 2. Neuauflage 2022.128 Seiten mit 199 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, Broschur.ISBN 978-3-95505-329-1. EUR 18,90.
20 erlebnisreiche Wanderungen im Odenwald, Neckartal und rund um Mosbach Wer zu diesem Buch greift, hat die Wahl: Entweder zieht er sich damit gemütlich auf die Couch zurück und streift gedanklich durch Wald und Flur, oder er macht sich auf den Weg und probiert die Entdeckertouren rund um Mosbach einfach mal aus. Denn unter den 20 Touren dieses Wanderführers ist für jeden etwas dabei. Die Wanderungen durch den Odenwald, entlang des Neckartals oder in der näheren Umgebung von Mosbach lassen sich gut als Halbtagestouren durchführen. Sie erfordern keine außergewöhnliche Kondition, jedoch sollte man in der Lage sein, moderate Anstiege zu bewältigen. Jede Tour birgt eine Besonderheit, auf die in zusätzlichen Infos hingewiesen wird. Und weil Bewegung an der frischen Luft bekanntlich hungrig macht, findet man in diesem Wanderführer zehn tolle Rezepte für ein herzhaftes Rucksackvesper. Die Wandertipps kommen übrigens ganz ohne Auto aus – alle Ausgangs- und Endpunkte sind gut an Bus oder Bahn angebunden. → Detaillierte Karten zu jeder Tour sowie Übersichtsplan → Viele Rezeptideen für ein leckeres Rucksackvesper → Praktische Hinweise zur Anfahrt mit Bus und Bahn → Wissenswertes zu Sehenswürdigkeiten am Wegesrand
Brigitte Schneider/Brigitte Zielbauer, Entdeckertouren rund um Mosbach. Erlebnisreiche Wanderungen durch den Odenwald und das Neckartal.144 Seiten mit 130 farbigen Abbildungen, 20 Tourenkarten sowie 1 Übersichtskarte, Klappenbroschur im handlichen Taschenformat.ISBN 978-3-95505-987-3. EUR 16,90.
Die schon 1888 begonnene Veröffentlichung (Teilerstellung der Druckfassung) der Autobiographie August Ebrards, die durch seinen Tod im gleichen Jahr unvollendet blieb, ist nun vollständig. Der im Jahr 1841 einsetzende, fast 50 Jahre umfassende zweite Teil seiner „Lebensführungen“ gewährt interessante Einblicke in das private, akademische und gesellschaftliche Leben eines reformierten Dozenten an der lutherisch-konfessionalistisch geprägten Fakultät in Erlangen und eines außerplanmäßigen Professors in Zürich (1844–1847). Nach weiteren sechs Jahren (1847–1853) als Professor extra facultatem in seiner Heimatstadt wird er 1853 als Konsistorialrat nach Speyer berufen. Dort engagiert er sich als konservativer Theologe in den Auseinandersetzungen um einen neuen Katechismus und ein neues Gesangbuch. Nach der mehr erzwungenen als erbetenen Quieszierung kehrt er als 43-jähriger „Emeritus“ nach Erlangen zurück und lebt dort mit seiner Familie weitgehend losgelöst vom akademischen Leben. Von 1875 bis zu seinem 70. Geburtstag fungiert er schließlich als Pfarrer an der reformierten Kirchengemeinde. Seine vielfältigen Wanderungen in die Fränkische und Hersbrucker Schweiz werden oft Ausgangspunkt für mehrere literarische Werke und geben Zeugnis für den im 19. Jahrhundert einsetzenden Tourismus.
August Ebrard. Lebensführungen. In den Jahren des Berufes.Hrsg. von Gerhard Philipp Wolf unter Mitarbeit von Dietrich Blaufuß und Johannes Ehmann im Auftrag des Vereins für Pfälzische Kirchengeschichte.Veröffentlichungen des Vereins für Pfälzische Kirchengeschichte, Band 38.544 Seiten mit 10 Schwarz-Weiß- und Farbabbildungen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-276-8. EUR 38,00.
Gleich vier Landkreise lassen sich mit dem Verkehrsverbund naldo »erfahren«! Die ganze Vielfalt der Landschaft zwischen Neckar, Alb und Donau auch zu »erlaufen« – dazu laden 24 besonders schöne, abwechslungsreiche Touren in den Landkreisen Tübingen, Reutlingen, Sigmaringen und im Zollernalbkreis Wanderer und Spaziergänger jeden Alters ein. Ob Wälder, Berge, Wasserfälle, Obstwiesen, Höhlen oder Seen, ob Schlösser, Burgen oder Klöster – hier finden sich alle Zutaten für unvergessliche Wandererlebnisse, bei denen die Erholung schon mit der Anreise beginnt.
→ Praktische Hinweise zur Anfahrt, auch mit dem ÖPNV→ Detaillierte Karten zu jeder Tour sowie ein Übersichtsplan→ Mit GPS-Tracks zum Download→ Wissenswertes zu Sehenswürdigkeiten am Wegesrand und Einkehrmöglichkeiten
Download der GPS-Daten der Touren
Dieter Buck, Mit naldo in die Natur. Zu den schönsten Wanderzielen zwischen Neckar, Alb und Donau mit Bus und Bahn.160 Seiten mit 146
farbigen Abbildungen, 25
Tourenkarten sowie 1 Übersichtskarte, Klappenbroschur im handlichen Taschenformat.
ISBN 978-3-95505-989-7. EUR 16,90.
Hinweis: In diesem Wanderführer werden alle zum Zeitpunkt des Erscheinens ausgeschilderten Löwenpfade ausführlich beschrieben!
Die Landschaft um Göppingen zeichnet sich durch eine fast beispiellose Vielfalt unterschiedlicher Naturräume aus. Der idyllische Oberlauf der Fils ist vom Albtrauf eingefasst. Hier finden sich besonders aussichtsreiche Höhenwanderungen. Auch im weiteren Filstal kann man die Berge der Schwäbischen Alb bewundern oder erobern. Der Schurwald mit seinem dichten Baumbestand, sprudelnden Bächen und dem Herrenbachstausee verbindet Naturerlebnis mit historischen Sehenswürdigkeiten. Ein echtes Highlight bieten die Touren auf der Voralb mit dem Blick auf den Albtrauf, die »Blaue Mauer«. Und die Löwenpfade, »Qualitätswege Wanderbares Deutschland«, garantieren perfekten Wandergenuss mit Zertifikat. Auf 25 ausgewählten und erprobten Touren – von kürzeren, erholsamen bis hin zu anspruchsvolleren – lässt sich der Landkreis Göppingen von seinen schönsten Seiten erwandern. → Praktische Hinweise zur Anfahrt, auch mit dem ÖPNV → Detaillierte Karten zu jeder Tour sowie ein Übersichtsplan → Mit GPS-Tracks zum Download → Wissenswertes zu Sehenswürdigkeiten am Wegesrand und Einkehrmöglichkeiten
Download der GPS-Daten der Touren
Dieter Buck, Wandern im Landkreis Göppingen. Die 25 schönsten Touren – Filstal, Schurwald und Voralb.160 Seiten mit 117 farbigen Abbildungen, 25 Tourenkarten sowie 1 Übersichtskarte, Klappenbroschur im handlichen Taschenformat.ISBN 978-3-95505-990-3. EUR 16,90.
Von den Wanderkinos auf den Jahrmärkten über die ersten festen Spielstätten anfangs des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart führt die Dokumentation der Lichtspieltheater in Pforzheim. Unter Berücksichtigung der eingemeindeten Stadtteile entstanden an 25 Standorten 46 Kinos. Die Goldstadt erwies sich als besonders kinofreundliche Stadt, was sowohl das üppige Angebot an Filmtheatern als auch den überdurchschnittlichen Zuspruch durch das Publikum betraf. Auch die totale Zerstörung der Pforzheimer Lichtspielhäuser am 23. Februar 1945 führte nur dazu, dass entschlossene Unternehmer wieder eine neue und vielfältige Kinolandschaft aufbauten. Autor Harald Katz stellt über hundert Jahre Pforzheimer Kinogeschichte dar und nimmt dabei vergleichend Bezug zur Entwicklung der Kinokultur in Deutschland.
Harald Katz, Casinos, Theater und Paläste. 111 Jahre Pforzheimer Kinogeschichte.
Reihe Materialien zur Stadtgeschichte, Band 28.Hrsg. vom Stadtarchiv Pforzheim – Institut für Stadtgeschichte.304 Seiten mit 253 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-327-7. EUR 24,80.
Der Diplom-Geograf Wolfgang Kaschte stellt die Oberflächenformen und dahinterstehenden Prozesse in den Löwensteiner Bergen und im westlichem Mainhardter Wald vor. Diese reizvolle Region der vielfältig strukturierten Schwäbisch-Fränkischen Mittelgebirgslandschaft wagt sich weit nach Nordwesten ans Neckarland heran und ins Hohenlohische hinein. Das Gesicht unserer aktuellen Landschaft hat zum großen Teil seinen Ursprung in der Eiszeit-Epoche des Pleistozäns (im Pliozän). Beispiele sind gut entwickelte Grotten, deren Entwicklung momentan beinahe stillsteht, oder Gewässerverläufe mit alter Ausrichtung zur Donau, aber auch jüngere Rutschungen und Felsstürze können hier noch ihre Ursache haben. Neben den natürlichen Kräften beginnt ab der Jungsteinzeit auch der Mensch seine landschaftsgestalterische Rolle wahrzunehmen – angefangen von Besiedlungen fruchtbarer Hochplateaus über Glasindustrie, Straßen- und Bergbau bis hin zur Stahl-Beton-Überformung der Moderne. Eine Einbettung des Geschehens in die Landschaftsgeschichte Südwestdeutschlands veranschaulicht der direkte Vergleich von Bildern aus Nordwest-Afrika, Namibia und dem Jemen mit dem unter ähnlichen Klimaverhältnissen stehenden „Südwestdeutschen Triasland“. Die interessierte Leserin und der interessierte Leser werden herzlich dazu eingeladen selbst das Gelände zu erkunden, tatkräftig unterstützt vom reich bebilderten, detaillierten und sehr umfangreichen Exkursionsteil.
Wolfgang Kaschte, Löwensteiner Berge mit westlichem Mainhardter Wald.Naturlandschaft – Kulturlandschaft.304 Seiten mit 232 Abbildungen, 24 Karten und 12 Tabellen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-308-6. EUR 29,80.
Zwischen 1860 und 1873 verließen der Hänfer Hilarius Meyer aus dem südbadischen Bombach, das junge Ehepaar Peter und Philomena Eisele aus Neuhausen auf den Fildern, der schwedische Drechsler August Theodor Fröman aus Uppsala und die junge, unverheiratete Mutter Kreszenz Münch aus dem oberschwäbischen Heiligkreuztal mit ihren drei kleinen Kindern ihre bisherige Heimat. Sie alle wollten ihren einfachen, ärmlichen Verhältnissen in einer ländlich geprägten Umgebung entkommen und sich ein besseres Leben in den expandierenden Städten aufbauen. Sie alle waren Vorfahren der Autorin, die am Beispiel dieser Vorfahren von der Ururgroßelterngeneration bis zur Generation ihrer Eltern die deutsche Geschichte zwischen 1850 und 1950, zwischen dem Beginn der Industrialisierung in Deutschland und dem Ende des „Dritten Reichs“, am konkreten Schicksal einzelner Männer und Frauen schildert. Es sind Schicksale, die ihr in vielen Erzählungen in der Familie mündlich überliefert wurden, Erzählungen, die sie als Historikerin aber auch wissenschaftlich hinterfragt und überprüft. So entsteht ein sehr persönliches Bild von zentralen Entwicklungen der deutschen Geschichte von der großen Binnenwanderung nach 1850 über den wirtschaftlichen Aufstieg der „Gründerjahre“ nach 1870, den Ersten Weltkrieg, die Wirtschaftskrisen der 20er-Jahre bis zur Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs aus der Perspektive „ganz normaler Leute“, die von diesen Entwicklungen passiv betroffen waren, diese aber zu einem Teil auch aktiv mitgestalteten.
Eine Liste mit der zitierten Literatur sowie den zitierten Internetseiten finden Sie hier!
Sonja-Maria Bauer, Ganz normale Leute. Eine Familie und ihr Traum vom sozialen Aufstieg (1850–1950).232 Seiten mit 65 Schwarz-Weiß-Abbildungen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-320-8. EUR 19,90.
Am 15. Februar 1872 erwirkte Mannheims Oberbürgermeister Eduard Moll die staatliche Genehmigung zur baulichen Erschließung der Neckar(vor)stadt. Damit war der Startschuss für einen ganz besonderen Stadtteil mit oft widerstreitenden und widersprüchlichen Lebenslinien gefallen: Von ausgedehnten Gartenanlagen und stinkenden Chemiefabriken ist in diesem Buch die Rede, von unbeschwertem Freizeitvergnügen und tiefer sozialer Not, von der roten Hochburg und den Aufmärschen der Nationalsozialisten. Der Arbeiterstadtteil jenseits des Neckars reichte vom Industriehafen über die „Neunzehnte“ und das „Musebrot-Viertel“ bis hin zum christlich-jüdischen Friedhofsbereich. Und mittendrin ein zentraler Platz, auf dem sich eine bunte Bevölkerung mischte und nicht nur vergnügliche Messespektakel besuchte. Hier befeuerten rote wie braune Redner ihre Anhängerschaft, nahmen Straßenkämpfe und Aufmärsche an Fahrt auf. Auf breiter Quellenbasis und reich illustriert mit teils unbekanntem Bild- und Kartenmaterial präsentiert der Autor die Geschichte der Neckarstadt von ihren Anfängen bis nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Zur Geschichte des Buches: Unter dem Motto „Grabe, wo du stehst“ begannen in den 1980er Jahren auch in der Neckarstadt historisch interessierte Menschen sich der Geschichte ihres Stadtteils zu widmen. Bei der Suche nach Eckdaten stieß die Geschichtswerkstatt Neckarstadt unter anderem auf das Gründungsjahr 1872. So konnte 1997 ein erstes Jubiläum begangen werden. Ein Vierteljahrhundert später, rechtzeitig zum 150-jährigen Bestehen, erscheint nun erstmals eine umfassende geschichtliche Übersicht.
Hans-Joachim Hirsch, Mannheim-Neckarstadt. Ein Stadtteil von den Anfängen bis in die Nachkriegszeit.Schriftenreihe MARCHIVUM, Band 8. Hrsg. von Ulrich Nieß.
232 Seiten mit 266 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-330-7. EUR 24,80.
Das Ortssippenbuch Blankenloch-Büchig und dem Studtensee stellt ein wichtiges Nachschlagewerk für heutige und kommende Generationen dar und gibt Antwort auf die Frage nach der Abstammung von vielen Familien und Einzelpersonen aus Blankenloch-Büchig und dem Studtensee.
Walter August Scheidle, Blankenloch-Büchig und dem Studtensee. 1672–1920.Hrsg. vom Heimat- und Museumsverein Blankenloch-Büchig.1449 Seiten, fester Einband. 2001.ISBN 978-3-89735-074-8. EUR 40,00.
Welch Weitblick hatten die Gründungsväter unserer Stiftung bereits vor 50 Jahren mit der Idee, ein ökumenisches Rechenzentrum für Diözesen, Landeskirchen und ihre Wohlfahrtsverbände auf den Weg zu bringen. Welche Erfolgsgeschichte unserer zwölf Stifter, die am 1. April 1982 den Mut hatten, überkonfessionell diese Stiftung zu gründen. Wir blicken zurück auf eine beeindruckende Entwicklung des Kirchlichen Rechenzentrums Südwestdeutschland. 50 Jahre markieren einen guten Zeitpunkt, sich an das Vergangene zu erinnern, die Entwicklung festzuhalten und auch einen Ausblick zu wagen. Mit dieser Chronik begeben wir uns auf eine kleine Zeitreise in die Gründungszeit, als Elektronische Datenverarbeitung noch weitgehend Zukunftsmusik war. Ein Computer war damals noch kein Alltagsgegenstand, das waren dafür Schreibmaschine und Wählscheiben-Telefon. Die Produkt- und Dienstleistungspalette hat sich im Laufe der Jahre stetig weiterentwickelt. Wir treten sowohl als Betreiber von individuellen Softwarelösungen, als Outsourcing-Partner kompletter IT-Landschaften sowie als Softwareentwickler am kirchlichen Markt auf.
Armin Herberger, 50 Jahre Kirchliches Rechenzentrum Südwestdeutschland KRZ-SWD. 1972–2022.Redaktion Christina Bonset, Reiner Weick.84 Seiten mit 50 Farbabbildungen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-305-5. EUR 24,80.
Das Ortsfamilienbuch Friedrichstal/Baden stellt ein wichtiges Nachschlagewerk für heutige und kommende Generationen dar und gibt Antwort auf die Frage nach der Abstammung von vielen Familien und Einzelpersonen aus Friedrichstal/Baden.
Walter August Scheidle, Ortsfamilienbuch Friedrichstal/Baden. 1699–1920.Hrsg. vom Ortschaftsrat Friedrichstal. 931 Seiten, fester Einband. 2021.ISBN 978-3-89735-073-1. EUR 32,50.
Auf den Spuren der Kelten und Römer, den Philosophenweg hinauf, durch das Hilsbacher Tor oder in die „Schweiz“ beim Haarlass – 15 Exkursionen vermitteln anschaulich, wie Naturkunde, Kulturgeschichte und Geologie in Heidelberg miteinander verknüpft sind. Ergänzt werden sie durch fachkundige Erläuterungen zu den Sehenswürdigkeiten am Wegesrand und durch thematische Infoboxen.
Dreizehn zertifizierte Vor-Ort-Begleiter des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald haben ihre langjährige Erfahrung in diesem reich bebilderten Wegbegleiter zusammengetragen und laden zum eigenständigen Erkunden des Heidelberger Stadtwaldes und der angrenzenden Ortsteile ein.
Alle Start- und Endpunkte der Exkursionen sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln direkt zu erreichen.
→ Rund- und Streckenwanderungen von 3 bis 6 Kilometern
→ Orientierungskarten zu den Exkursionen
→ GPX-Routen für Wander-Apps zum Download
→ Informationen zur Weglänge, -beschaffenheit und zum Höhenprofil
→ Einkehrmöglichkeiten am Ende der meisten Exkursionen
Download der Heidelberger Exkursionen
Verena Dunckelmann/Marion Huthmann/Ulrich Moltmann (Hrsg.), Heidelberger Exkursionen. Naturkundliche, kulturhistorische und geologische Sehenswürdigkeiten rund um Heidelberg.176 Seiten mit 105 farbigen Abbildungen, 16 Karten und 4 Grafiken, Broschur im handlichen Taschenformat.ISBN 978-3-95505-304-8. EUR 16,90.
Die Geschichte Graben-Neudorfs in vergleichenden Ansichten entdecken Alexander Werner befasst sich schon seit einigen Jahren intensiv mit der Geschichte der früher selbstständigen Gemeinden Graben und Neudorf. Die Recherchen mündeten in zahlreiche Beiträge der beliebten BNN-Reihe „Damals und Heute“. Passend zum 50-jährigen Graben-Neudorfer Fusionsjubiläum erscheinen nun mit dem vorliegenden Buch zahlreiche informative Artikel über die Geschichte und Entwicklung von Graben-Neudorf – gesammelt, überarbeitet und teils deutlich erweitert. Im Zentrum stehen vergleichende Ansichten von Rathäusern, Gaststätten, Schulen, geschichtsträchtigen Plätzen oder alten markanten Gewerbebetrieben. In einem facetten- und bilderreichen Mosaik kristallisieren sich Entwicklungen und Eigenheiten der Ortschaften ab dem 17. Jahrhundert heraus. Gleichzeitig treten über die Epochen hinweg die engen Beziehungen zwischen den beiden Teilgemeinden sowie ihre Gemeinsamkeiten zutage, die schließlich vor 50 Jahren den Weg in eine gemeinsame Zukunft ebneten. Historische und aktuelle Fotografien laden die Leserinnen und Leser dazu ein, in die Geschichte von Graben-Neudorf einzutauchen.
Alexander Werner, Graben-Neudorf – einst und heute. Vergleichende Ansichten.176 Seiten mit 415 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-319-2. EUR 22,80.
„Denn die Zeiten ändern sich“ Das bewegte, lange Jahr 1968 in Karlsruhe Gegen Aufrüstung und Krieg – Friedensbewegung in Karlsruhe während des Kalten Krieges „Häuser denen, die drin wohnen!“ Hausbesetzungen und alternative Wohn- und Kulturprojekte seit den 1980er Jahren in Karlsruhe „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ …? Die Neue Frauenbewegung in Karlsruhe Schon wieder eine neue Zeitung! Ein Überblick zur Entwicklung der Presselandschaft in Karlsruhe seit dem 18. Jahrhundert Einblicke in die Provenienzforschung an der Städtischen Galerie – Erwerbungen für die Kunstsammlung unter dem Einfluss der NSDAP Vom Zufluchtsort zur Neuen Heimat – Flüchtlinge und Vertriebene in Karlsruhe nach dem Zweiten Weltkrieg
Stadtarchiv Karlsruhe (Hrsg.), Bewegte Zeiten. Beiträge zur Karlsruher Geschichte.Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe, Band 21.Autorenbeiträge von Ernst Otto Bräunche, Katrin Dort, Vanessa Hilss, Alexandra Kaiser, Manfred Koch, Claudia Pohl, Jürgen Schuhladen-Krämer.320 Seiten mit 72 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, Broschur.ISBN 978-3-95505-309-3. EUR 19,90.
Die letzten Materialien sind verarbeitet. Das Archiv ist leer. Das Atelier ist geschlossen. Der letzte Werkkatalog ist gedruckt. Und jetzt legt die Objektkünstlerin Uscha Rudek-Werlé diesen sehr persönlichen Bildband DAHEIM vor. Sie zeigt uns das Umfeld, das zu immerwährenden Inspirationen einlädt und gleichzeitig Fundgrube für ihre Materialien ist. Auf ihren täglichen Radtouren zwischen Bergstraße und Rhein findet sie im Wald, auf Feld und Flur Hölzer, Schnüre, verrostete Eisenteile von ausrangierten landwirtschaftlichen Geräten sowie Natursteine für ihr Archiv. Diese Fundstücke werden zusammen mit anderen Materialien zu Objekten verarbeitet. Ihre Werke thematisieren soziale, politische, ökologische und gesellschaftliche Phänomene. Zu Werkgruppen zusammengefasst werden dann Ausstellungen in geschichtsträchtigen Räumen gezeigt. Den Objekten und Werken von Uscha Rudek-Werlé wohnt immer etwas Spielerisches, eine gewisse Ironie oder ein Augenzwinkern und eine auratische Wirkung inne. Dieser Bildband ergänzt ihre bisherigen Arbeiten und Kataloge in beeindruckender Weise dadurch, dass die Künstlerin uns ihr weiteres Umfeld einfühlsam nahebringt, aus dem sie ihre Ideen und Kreativität schöpft.
Uscha Rudek-Werlé, DAHEIM.144 Seiten mit 598 Farbabbildungen, fester Einband im repräsentativen Großformat.ISBN 978-3-95505-277-5. EUR 22,80.
Seit 1.700 Jahren leben Juden im deutschen Sprachraum, allen voran in Köln, der ältesten jüdischen Gemeinde nördlich der Alpen, oder in den drei SchUM-Städten am Rhein – Schpira/ Speyer, Warmaisa/Worms und Magenza/Mainz. In Mannheim sind erste jüdische Einwohner nach der zweiten Stadtgründung ab 1660 sowie vor allem nach der dritten Stadtgründung zu Beginn des 18. Jahrhunderts nachweisbar. Welchen Stempel sie im 19. und frühen 20. Jahrhundert dem wirtschaftlichen, sozialen und künstlerischen Leben der Quadratestadt aufdrückten, erhellen fünf Beiträge. So gibt Bernhard Purin in seinen Ausführungen, die auf einem wieder entdeckten Inventar Theodor Harburgers vom Ende der 1920er Jahre fußen, einen anschaulichen Überblick über die – meist verschollenen – kunstvollen Ritualgegenstände der Mannheimer Synagogen und der Beerdigungsbruderschaft. Raimund Gründler schildert ausgehend von der bedeutenden Mäzenin Helene Hecht, den Emanzipations- und Akkulturationsprozess des jüdischen Bürgertums in Mannheim seit dem 17. Jahrhundert sowie seinen kaum zu überschätzenden Beitrag zum Aufstieg der Banken- und Handelsstadt an Rhein und Neckar, aber auch die Qualen ihrer Vertreibung und Vernichtung. Barbara Becker zeichnet das für das jüdische Großbürgertum charakteristische Familienleben am Beispiel Leopold Ladenburgs und seiner Frau Delphine, geb. Picard, detailliert nach und rückt neben ihrem wirtschaftlichen und sozialen Engagement besonders die Impulse in den Blick, die das Musikleben Mannheims der Familie verdankte. Simon Herold analysiert in seinen Ausführungen die bislang wenig erforschte, 1900 von den Ärzten Dr. Julius Moses und Dr. Simon Felsenthal gegründete Zionistische Ortsgruppe Mannheims, die ab Mitte der 1920er Jahre und verstärkt nach 1933 die Auswanderung nach Palästina förderte. Claude W. Sui zeichnet Leben und Werk des Fotografen, Fotohistorikers und -sammlers Helmut Gernsheim en Detail nach, der bis 1936 in der Bayerischen Staatslehranstalt für Lichtbildwesen in München, danach in der englischen bzw. australischen Emigration arbeitete und dessen Nachlass heute die Curt-Engelhorn-Stiftung verwaltet. Stephanie Herrmann rundet das Bild der Familie mit ihrer Darstellung des Lebenswerks von Alison Gernsheim, der Ehefrau Helmuts, ab, die sich der viktorianischen Mode sowie der Medizinfotografie widmete. Diesen thematischen Schwerpunkt ergänzen zum einen die Beiträge von Philipp Gros zur Schiffsdarstellung auf einer Halsamphore der Antikensammlung der rem, von Stefanie Zesch zur anthropologischen Untersuchung mittelalterlicher Skelettfunde auf dem Scharhof, von Eva-Maria Günther zur Glasbildhauerin Jutta Cluny und von Irmgard Siede, deren Thesen Patrick J. Greary’s Publikation „Am Anfang waren die Frauen“ anregte. Zum anderen berichten Michael Konrad über Restaurierungsprojekte, Harald Stockert sowie Eric Veyel über das Projekt „Mannheimer historische Projekte online“ im MARCHIVUM und Ulrich Nieß würdigt in seinem Nachruf das Engagement Dr. Udo Biellers im Freundeskreis von Stadtarchiv und MARCHIVUM. Nicht zuletzt setzt Patrick Schlarb seine im letzten Band begonnenen Ausführungen über edle Branntweine aus der Kurpfalz fort und Gerhard Schwinge widmet sich dem 200. Jahrestag der Gründung der Badischen Union, der Vereinigung von lutherischen und reformiert-calvinistischen Gemeinden im Großherzogtum Baden. Hermann Wiegand schließlich rezensiert die erste Biographie der vor rund 300 Jahren geborenen Kurfürstin Charlotte von Hessen-Kassel, der ersten Gemahlin Kurfürst Karl Ludwigs, und – last but not least – stellt ein Beitrag die 2021 ausgezeichneten jungen Regionalforscher und die Preisträgerin des Franz-Schnabel-Preises des MAV vor.
Mannheimer Geschichtsblätter 42/2021. Hrsg. von Hermann Wiegand, Wilfried Rosendahl, Ulrich Nieß, Hans-Jürgen Buderer und Wilhelm Kreutz. 160 Seiten mit 139 farbigen Abbildungen, fester Einband im repräsentativen Großformat.ISBN 978-3-95505-322-2. EUR 19,80.
Die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen an pflegebedürftigen Menschen waren der erste industrielle Massenmord der Geschichte. In Wissenschaft und Gesellschaft spielten sie dennoch lange kaum eine Rolle. Das nun vorliegende Buch ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, das erstmals die Verbrechen im Kontext der Stadt Mannheim aufarbeitet. Im Mittelpunkt der Lokalstudie steht die Beziehung von über eintausend aufgrund ihrer psychischen Erkrankung oder Behinderung ermordeten Mannheimer*innen zu ihrer Heimatstadt. Sie charakterisiert anhand empirischer Auswertungen von Personendaten die Ermordeten als Gruppe und stellt diesen Zahlen ausführlich recherchierte individuelle Lebensgeschichten gegenüber. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Situation der Angehörigen der Opfer als wichtigstem Bindeglied zwischen Heimat und Hospital. Aus Interviews mit Nachfahr*innen geht hervor, wie häufig Familien die Krankheit und Ermordung eines Mitglieds tabuisierten und verheimlichten. Darüber hinaus beleuchtet die Studie erstmals die Rolle einer Großstadt im System der „Euthanasie“ und deckt auf, dass die Stadt Mannheim zwar kein Tatort, aber als politische Institution durchaus Mittäterin war, indem sie mit dem NS-Regime bei der sogenannten „Reinigung des Volkskörpers“ kollaborierte. Die Opfer der „Euthanasie“ waren einem dreifachen Verdrängungsprozess unterworfen, der bereits vor 1933 einsetzte und 1945 nicht zu Ende war: gesellschaftliche Verdrängung aus dem öffentlichen Leben, räumliche Verdrängung in immer voller belegte „Sparanstalten“ bis hin zur Ermordung und schließlich posthume Verdrängung aus der kollektiven Erinnerung. Mit 36 farbigen Abbildungen zeichnet der Band die Geschichte behinderter und psychisch kranker Menschen vor, während und nach der NS-Zeit in Mannheim nach, und wirft die Frage nach einer würdigen und zeitgemäßen Erinnerungskultur für Mannheims verdrängte Opfer für die Zukunft auf. Das vorliegende Buch ist die überarbeitete Fassung der Dissertation von Lea Oberländer, die im Sommer 2020 an der Philosophischen Fakultät der Universität Mannheim angenommen wurde. Sie wurde mit dem Franz-Schnabel-Preis des Mannheimer Altertumsvereins von 1859 ausgezeichnet.
Lea Oberländer, Mannheims verdrängte Opfer. Porträt einer Stadt im System der NS-„Euthanasie".Schriftenreihe MARCHIVUM, Band 7.312 Seiten mit 27
Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen
und zahlreichen Tabellen und Grafiken, fester Einband.ISBN 978-3-95505-318-5. EUR 29,80.
Die KLEINE GESCHICHTE DER STADT BACKNANG zeichnet fundiert, kompakt und leicht lesbar die bewegte Geschichte der erstmals im Jahr 1067 urkundlich erwähnten Stadt nach; ergänzt durch zahlreiche Abbildungen, eine übersichtliche Zeittafel und eine bibliografische Auswahl zur Geschichte. Aus dem Inhalt: ▶ Wie alles anfing: Die Vor- und Frühgeschichte Backnangs ▶ Backnang als Machtzentrum der Markgrafen von Baden ▶ Stadtgründung und Zerstörung ▶ Backnang wird württembergische Landstadt ▶ Das Backnanger Stift ▶ Die Reformation in Backnang und der Backnanger „Gänsekrieg“ ▶ Pest und Verwüstungen während des Dreißigjährigen Krieges ▶ Der Stadtbrand von 1693 und der Wiederaufbau ▶ Veränderungen im Stadtbild ▶ Aufstieg zur bedeutenden Industriestadt ▶ Backnanger Lied ▶ Unruhige Zeiten nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ▶ Vereinsgründungen, Bauboom und „Wirtschaftswunder“ ▶ Backnang in der Zeit des Nationalsozialismus und nach dem Zweiten Weltkrieg ▶ Ein neues Jahrtausend bricht an ▶ Stadtteile und Teilorte
Bernhard Trefz, Kleine Geschichte der Stadt Backnang.152 Seiten mit 39 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-314-7. EUR 19,90.
Franz Ruf hat sich über viele Jahre hinweg immer wieder bei seinen ortsgeschichtlichen Forschungen mit dem Dreißigjährigen Krieg beschäftigt. Der nun vorliegende 14. Band der Sonderpublikationen des Kreisarchivs Rastatt ist eine Zusammenstellung dieser Arbeiten zum Thema. So finden sich z. B. in dessen Ortschroniken von Rastatt-Plittersdorf (1980) oder Kuppenheim-Oberndorf (1988) erste Hinweise dazu.1995 erschienen in der Reihe des Baden-Badener Arbeitskreises für Landeskunde und Landesgeschichte die von Franz Ruf verfassten „Beiträge zur Vor- und Anfangsgeschichte des Dreißigjährigen Krieges in der Region". Damit existierte zum ersten Male eine ausführlichere Arbeit zu Teilaspekten des Dreißigjährigen Krieges in Mittelbaden. Eine Arbeit, die allerdings sehr rasch vergriffen war.Im Mittelpunkt des Bandes stehen vor allem die frühen Jahre des Krieges, die Finanzierung der militärischen Unternehmungen des Markgrafen Georg Friedrich von Baden-Durlach, dessen Niederlage gegen General (und obersten Feldherrn) der katholischen Liga Tilly am 6. Mai 1622 in der Schlacht von Wimpfen die „Rückgabe" der Markgrafschaft Baden-Baden an die katholischen Vettern einläutete. Aber auch die Zerstörungen zahlreicher Dörfer und Städte in unserem mittelbadischen Raum werden von Franz Ruf zumeist akribisch nachgezeichnet.Vorangestellt findet sich eine allgemeinverständliche Einleitung, die Dr. Peter Kunze verfasst hat. Der Band ist mit über 30 Illustrationen anschaulich ausgestattet.
Franz Ruf, Zur Geschichte des Dreißigjährigen Krieges in Mittelbaden.Sonderveröffentlichungen des Kreisarchivs Rastatt, Band 14.Mit einer Einleitung von Peter Kunze.144 Seiten mit 37 Schwarz-Weiß-Abbildungen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-323-9. EUR 16,90.
Mit diesem Buch wird erstmals eine Gesamtschau der Karlsruher Stadtentwicklung von der Stadtgründung im Jahr 1715 bis ins Jahr 2000 präsentiert. Schon der Beginn war außergewöhnlich: Mit dem Schlossturm als Zentrum wurde das Umland durch 32 Alleen in alle Himmelsrichtungen erschlossen. Zwischen den neun südlichen „Strahlen“ entstand die ursprüngliche Stadt des 18. Jahrhunderts als „Fächerstadt“. Seitdem hat Karlsruhe insbesondere seit Beginn des 19. Jahrhunderts eine gewaltige bauliche Entwicklung erlebt. Im Stadtzentrum entstand mit der „Via Triumphalis“ vom Schlossplatz zum Ettlinger Tor eine zentrale Stadtachse. Umfangreiche Eingemeindungen seit Ende des 19. Jahrhunderts, schließlich die Anlage neuer Siedlungen und ganzer Stadtteile im 20. Jahrhundert gaben der Stadt ihr heutiges Bild. Das Buch beschäftigt sich mit diesen Expansionen der Stadt nach außen und mit Verdichtungen im Inneren sowie mit der Entwicklung der Infrastruktur. Daneben werden charakteristische Gebäude der einzelnen Zeitabschnitte, aber auch Persönlichkeiten aus dem Gebiet der Architektur und Stadtplanung, die das Stadtbild prägten, vorgestellt.
Harald Ringler, Stadtbaugeschichte Karlsruhe 1715−2000.Hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe, Katrin Dort, Volker Steck.Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, Band 36.424 Seiten mit 300 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-315-4. EUR. 29,80.
Eine etwas andere Betrachtung der Geschichte der Stadt Stuttgart verspricht dieses Buch mit dem Titel „Impulsstadt Stuttgart“. Die erfahrene Landeshistorikerin Susanne Dieterich nimmt die Leserinnen und Leser auf unterhaltsame Weise mit auf eine Reise in die Vergangenheit, aber auch in die mögliche Zukunft der Stadt – und erzählt ganz nebenbei die Geschichte Stuttgarts von ihren Anfängen bis heute. Es werden einschneidende Momente der Stuttgarter Stadtgeschichte unter dem Gesichtspunkt betrachtet, wie die handelnden Personen in ihrer jeweiligen Gegenwart auf die Geschehnisse in ihrer Stadt reagierten, ob sie Herausforderungen annahmen und wie sie mit Katastrophen, kriegerischen Erfahrungen, wirtschaftlicher Not oder aber auch positiven Ereignissen umgingen, ob sie sich gestalterisch den Anforderungen an ihren Alltag stellten oder passiv duldend Widrigkeiten wie Chancen begegneten. Welche Impulse von außen sie dabei aufnahmen und welche sie nach draußen in die Welt abgaben, beleuchten zahlreiche Gastbeiträge namhafter Repräsentanten aus dem politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und kirchlichen Leben der Region Stuttgart. Es kommen u. a. zu Wort Rüdiger Safranski, Hermann Bausinger, der evangelische Landesbischof von Württemberg Otfried July, Landesrabbiner a. D. Joel Berger, Johannes Schmalzl aus dem Regierungspräsidium und der IHK – Region Stuttgart, der ehemalige Europakommissar Günther H. Oettinger und der frühere Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster.
Susanne Dieterich, Impulsstadt Stuttgart. Eine andere Stadtgeschichte.264 Seiten mit 100 Farbabbildungen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-310-9. EUR 24,80.
In Zusammenarbeit mit ehrenamtlich engagierten Dozentinnen und Dozenten verschiedener Universitäten, Hochschulen und Institute entwickelte das Amt für Familie und Soziales der Stadt Bruchsal die beliebte Bruchsaler Kinder-Sommerakademie (BruKiSA), die während der Sommerferien „Vorlesungen“ und Workshops für Kinder durchführt. Dabei werden in kindgerechter Form Themen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten aufgegriffen: Technik und Naturwissenschaft, Philosophie und Geschichte, aber auch Architektur und Umweltschutz wecken den Forschergeist der „Jungstudentinnen und Jungstudenten“ und motivieren die Kinder, sich intensiver mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Mit dem vorliegenden Buch greifen Patrik A. Hauns und Prof. Dr. Werner Schnatterbeck auf besonderen Wunsch von Kindern, Eltern und Jugendbildungsinstitutionen einige dieser spannenden Themen auf und machen sie dadurch einem größeren Interessentenkreis zugänglich. Der Dank gilt dabei neben den Autorinnen und Autoren auch der Bildungsstiftung Bruchsal, die dieses Projekt großzügig gefördert hat.
Patrik A. Hauns und Werner Schnatterbeck (Hrsg.), Wenn die Hummel wüsste, dass sie nicht fliegen kann!Wissenwertem & Erstaunlichem auf der Spur.Mit Zeichnungen von Barbara Bartsch.192 Seiten mit 265 Farbabbildungen, Zeichnungen und Grafiken, fester Einband.ISBN 978-3-95505-270-6. EUR 14,90.
2019 feierte die Stadt Annweiler ihren 800. Geburtstag. Dieser Band geht auf eine zu diesem Anlass veranstaltete wissenschaftliche Tagung zurück. Ausgehend von der am 14. September 1219 erfolgten Stadtrechtsverleihung durch den Staufer Friedrich II. wird die Geschichte Annweilers und der Umgang der Stadt mit ihrer eigenen Vergangenheit vom Mittelalter bis in die Gegenwart untersucht. Zunächst nehmen vier Beiträge das Königsdiplom selbst, den Stellenwert der gewährten Münz- und Stadtrechtsprivilegien sowie die staufische Gedächtnisstiftung an der Stadtpfarrkirche in den Blick. Diese konzentrisch vom Privilegierungsakt ausgehenden Erkundungen ermöglichen eine exaktere Verortung der Stadt Annweiler im staufischen Reichs- und Ordnungsgefüge. In einem zweiten, komplementären Zugriff wird die Stadtgeschichte Annweilers einer diachronen Entwicklungsperspektive unterzogen: zunächst als Königs- bzw. Reichsstadt, dann ab 1330 als Pfandschaftsbesitz der Pfalzgrafen bei Rhein. In diesem Kontext werden zentrale Dokumente ediert und die Bestätigungen des Privilegs Friedrichs erstmals zusammengestellt. Hebt bereits das Herrscherdiplom die besondere Bedeutung des Trifels für die Stadtentwicklung hervor, so bildet der historisch veränderliche Blick auf die Burg sowie die modernen Sinnstiftungen staufischer Vergangenheit den gemeinsamen Bezugspunkt der abschließenden drei Aufsätze.
Jan Keupp/Sabine Klapp/Jörg Peltzer (Hrsg.), 800 Jahre Stadt Annweiler.Mittelalterliche Befunde und neuzeitliche Sinnstiftungen.Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz.272 Seiten mit 51 Schwarz-Weiß-Abbildungen, fester Einband.ISBN 978-3-95505-302-4. EUR 29,80.