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Djabbarpour, Mona

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ab 17.07.2026
Reformatio und Memoria
Reformatio und Memoria ISBN 978-3-95505-462-5
Am 6. August 1515 spielte sich im Kloster der Franziskanerkonventualen St. Martin in Freiburg ein dramatischer Vorgang ab. Der Konvent, der seit seiner Gründung um 1229 fast drei Jahrhunderte lang in der Stadt gewirkt hatte, wurde von einem großen Aufgebot von 27 fremden Ordensbrüdern geistlichen Würdenträgern und städtischen Amtsträgern handstreichartig besetzt, die seine Reform verkündeten. Die dreizehn Priester und neun Novizen wurden vor die Alternative gestellt, sich entweder der Reform anzuschließen oder das Kloster zu verlassen. Der lange Streit zwischen den beiden Ordenszweigen, den traditionellen Konventualen und den Observanten, die für sich in Anspruch nahmen, das Ideal des Ordensgründers und seine Regel authentischer zu leben, führte hier zu einem letzten Höhepunkt vor der endgültigen Trennung der beiden Richtungen 1517. Vorausgegangen war eine fast zwanzigjährige Auseinandersetzung der Konventualen mit den städtischen Autoritäten, bis sich die Letzteren schließlich nach einem monatelangen erbitterten Rechtsstreit mit Hilfe von Papst und Kaiser durchsetzten. Der Konvent gehörte fortan nicht mehr der Straßburger Ordensprovinz, sondern der Oberdeutschen Observantenprovinz an. Der Konflikt beendete nicht nur die Präsenz der Konventualen in St. Martin, sondern auch ihre Memoria, die schriftliche Überlieferung der Namen ihrer Wohltäter und der liturgischen Gebetsverpflichtung. Das pergamentene Anniversar, das den Kalender der jährlichen Fürbitten seit dem Ende des 13. Jahrhunderts festhielt, wurde ausradiert und im Lauf der nächsten hundert Jahre mit neuen Namen überschrieben. Mit Hilfe von UV-Licht lässt sich diese Zerstörung teilweise rückgängig machen, sodass die meisten der getilgten Namen früherer Gönner und Stifter wieder zugänglich werden. Ihre Identifikation lässt ein kohärentes Bild der städtischen und regionalen Schichten erkennen, die dem alten Konvent nahestanden: Es waren vor allem die jeweiligen Eliten, die mit Testamenten und Stiftungen zu seinem Unterhalt beitrugen: Zu Beginn waren es die Adligen und Patrizier, oft aus dem Umfeld der Grafen von Freiburg, im 14. und 15. Jahrhundert die bürgerlichen und zünftischen Eliten. Den reformierten Konvent nach 1515 unterstützten vor allem die akademischen Kreise der jungen Universitäten und die Amtsträger der habsburgischen Landesherrschaft. Die Armen waren in dieser Form des Totengedenkens selten sichtbar. Herbert Kraume, Reformatio und Memoria. Das Anniversar des Franziskanerkonvents St. Martin in Freiburg und seine Reform 1515. 416 Seiten mit 1 Schwarz-Weiß-Abbildung, fester Einband. Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart, Band 46. Hrsg. von Mona Djabbarpour, Florian Hoffmann, Johanne Küenzlen. ISBN 978-3-95505-462-5. EUR 34,80.

Regulärer Preis: 34,80 €
Dunkle Wolken über Freiburg
Dunkle Wolken über Freiburg ISBN 978-3-95505-393-2
1933 wurden im nationalsozialistischen Deutschland an vielen Orten Bücher verbrannt. Für Freiburg herrschte bislang die falsche Annahme vor, es habe keine oder nur eine kleinere nachgeholte Bücherverbrennung gegeben. In dieser Studie wird erstmals nachgezeichnet, wie viele Ansätze es zu solchen Aktionen gab und in welchen Fällen tatsächlich Bücher verbrannt wurden. Darüber hinaus wurden auch in Freiburg über ein Jahrzehnt lang Buchhandlungen, öffentliche, private, konfessionelle, Partei- und Vereins-Büchereien „gesäubert“. Sozialistische, pazifistische oder jüdische Literatur wurde beschlagnahmt und so aus Öffentlichkeit und Privatbesitz entfernt. Mit diesen Raubzügen wurden Existenzen zerstört. Der Autor zeichnet nach, welche Institutionen daran beteiligt und wer die Hauptakteure waren. Mussten sie sich nach 1945 für ihr Handeln verantworten? Er geht auch der Frage nach, was mit der Vielzahl der entwendeten Bücher geschah, die nicht verbrannt wurden. Lassen sie sich heute wiederfinden? Heiko Wegmann, Dunkle Wolken über Freiburg. Nationalsozialistische Bücherverbrennungen, „Säuberungen“ und Enteignungen. Stadt und Geschichte. Neue Reihe des Stadtarchivs Freiburg i. Br., Heft 25. Hrsg. durch Mona Djabbarpour, Andreas Jobst. 200 Seiten mit über 30 Schwarz-Weiß-Abbildungen und einem Personenregister, Broschur. ISBN 978-3-95505-393-2. EUR 12,90.

Regulärer Preis: 12,90 €