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Der Band 29 des Kraichgau-Jahrbuchs spannt mit seinen Artikeln den Bogen über den gesamten Kraichgau und seine Nachbarregionen – von Eberbach nach Gräfenhausen und von Weiher nach Vaihingen.
In der Rubrik „Archäologie“ beschreibt Rüdiger Lenz die Minneburg. Die Themen in der Rubrik „Landes- und Regionalgeschichte“ sind breit gefächert: Felix Illert berichtet vom Polnischen Thronfolgekrieg, Albin Herrmann von einer Kuppeljagd in Rauenberg. Susanne Kaiser-Asoronye hat den Bau der Eisenbahnlinie Durlach–Pforzheim dokumentiert, und Michael Rothenhöfer präsentiert eine zeitgenössische Presseschau aus Heidelberg und Sinsheim für den Zeitraum von 1866 bis 1871.
Die „Ortsgeschichtlichen Untersuchungen“ enthalten sieben Beiträge. Sichtbare Spuren jüdischen Lebens in Bruchsal schildern insgesamt sieben Autoren um Thomas Adam. Henrik Neumeister vermittelt Einblicke in die Kirchenbuch-Einträge des Pfarrers Rosner in Hoffenheim, und Bruno Ferdin beschreibt die soziale Lage der „Dorfschulmeisterlein“ in Mauer. Beate Harder erläutert die Nutzungen des Jägerhauses in Weiher, während Albin Herrmann die Einquartierung preußischer Soldaten im Rauenberger Schloss darstellt. Zwei weitere Beiträge führen ins 20. Jahrhundert: Catherine Fournell berichtet über die Gewerbeausstellung in Bretten 1925, und Susanne Kaiser-Asoronye behandelt den Absturz eines Lancaster-Bombers 1945.
Der Abschnitt „Biografien und Familiengeschichte“ nimmt den größten Raum im Buch ein. Wolfgang Ehret schildert die Ergreifung und Hinrichtung des Mörders Martin Stier, während Wolfgang Max über den „Bienenpfarrer“ Balthasar Sprenger schreibt. Filmreif erscheint die „schrecklich verwickelte Familie“ von Carolin Becker, und Wiltrud Flothow be¬schreibt ein Poesiealbum aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das tragische Schicksal zweier Soldaten untersucht Anton Ottmann, und das Autorentrio Brunner-Obhof, Kipphan und Fournell berichtet von „Okkultismus made in Bretten“. Vergleiche zwischen den Tagebuch¬einträgen von Anne Frank und Edith van Heesen ziehen Marco Neumaier und Kristin Obländer.
Christian Reinhardt erläutert in der Rubrik „Architektur und Kunstgeschichte“ die Bauphasen der 2025 profanierten Mückenlocher Kirche, und Thomas Liebscher stellt Leben und Werk des Künstlers Karl Hubbuch vor.
Die Beiträge des vom Heimatverein Kraichgau ausgeschriebenen Schülerwettbewerbs zur Heimatforschung sind auf insgesamt 68 Seiten zu finden, und in der Rubrik „Gedichte und Texte in Mundart“ präsentieren zehn Mundartautorinnen und -autoren ihre Arbeiten.
Auch vereinseigene Belange kommen nicht zu kurz: Nach der Einleitung und vier Nachrufen auf verdiente Mitglieder folgt ein ausführlicher Bericht über 40 Jahre Kraich¬gau-Bibliothek im Graf-Eberstein-Schloss Gochsheim. Den Abschluss des Jahrbuchs bilden eine Zusammenfassung der Vereinsjahre 2025 und 2026, Ehrungen und Jubilare sowie Rezensionen interessanter Neuerscheinungen der letzten beiden Jahre.
Heimatverein Kraichgau e.V., Kraichgau. Beiträge zur Landschafts- und Heimatforschung. Band 29.
416 Seiten mit 359 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, fester Einband.
ISBN 978-3-95505-647-6. EUR 28,-