Gerhard Schwinge

Gerhard Schwinge

Geboren 1934 in Berlin; 1955-1959 Studium der Ev. Theologie in Hamburg, Heidelberg und Göttingen; 1959-1970 Vikar und Pfarrer in der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg und Militärpfarrer in Jever und Varel; nach der staatlichen Ausbildung für den höheren wissenschaftlichen Bibliotheksdienst in Göttingen und Köln 1972-1996 Leiter der Landeskirchlichen Bibliothek der Evangelischen. Landeskirche in Baden (Kirchenbibliotheksdirektor), 1989-1996 Geschäftsführer des Vereins für Kirchengeschichte in der Evangelischen Landeskirche in Baden, seitdem in Rente. - verheiratet seit 1960, zwei Söhne, drei Enkel - Promotion 1993 an der Universität Mainz über Jung-Stilling - zahlreiche selbständige und unselbständige Veröffentlichungen zur theologischen Bibliographie und Terminologie, zu Jung-Stilling und zur badischen Kirchen- und Regionalgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

 

Was macht für Sie den besonderen Reiz von Kirchengeschichte aus?
Kirchengeschichte - wie Geschichte überhaupt - dient dazu, die Gegenwart besser zu verstehen, in meinem Fall konkret: die Traditionen und Strukturen der Evangelischen Landeskirche in Baden, in der ich 24 Jahre lang tätig war, besser zu verstehen und zu beurteilen.

Welche Persönlichkeiten der Kirchengeschichte haben Sie besonders beeindruckt?
Drei prägende Gestalten der badischen evangelischen Kirchengeschichte haben mich besonders beschäftigt: der Erweckungsprediger und Pfarrer Aloys Henhöfer, der Dichter und Kirchenrat Johann Peter Hebel und der Erbauungsschriftsteller und Fürstenberater Johann Heinrich Jung-Stilling (dieser zwar kein geborener Badener wie Henhöfer und Hebel, doch in der Universalität seiner Lebensgeschichte - mit 18 Jahren in Heidelberg und Mannheim gleichsam zum Badener geworden - und seines Werks als Arzt, Wirtschaftswissenschaftler und religiöser Schriftsteller besonders eindrucksvoll).

Sie haben Ihre Promotion mit 61 abgeschlossen - ein echtes Lebensprojekt? Etwa 1984 wurde ich von dem mit Baden eng verbundenen Kirchengeschichtsprofessor Gustav Adolf Benrath in Mainz aufgefordert, doch - nach bereits zwei Berufsausbildungen und drei Staatsexamen - noch zu promovieren. Die etwa achtjährige nebenberufliche Arbeit daran wurde mir durch meine Tätigkeit als Bibliothekar der Landeskirche ermöglicht und wesentlich erleichtert. Dafür bin ich Professor Benrath und meinem damaligen Dienstvorgesetzten Oberkirchenrat Professor Günther Wendt zutiefst dankbar.

Als gebürtiger Berliner sind Sie mittlerweile in Baden heimisch geworden. Was hat Sie dazu bewogen, gerade hier Ihre zweite Heimat zu suchen?
Nachdem ich nach elfjähriger Pfarramtstätigkeit in Norddeutschland meine zweite Berufsausbildung abgeschlossen hatte, ergab sich nahtlos 1972 die Gelegenheit, als Nachfolger meines geschätzten Vorgängers Hermann Erbacher, die Leitung der Landeskirchlichen Bibliothek im Oberkirchenrat zu übernehmen. So lebe ich zusammen mit meiner Frau seit bald 42 Jahren in Baden, und das sehr gerne.

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Gerhard Schwinge
Gerhard Schwinge

Geboren 1934 in Berlin; 1955-1959 Studium der Ev. Theologie in Hamburg, Heidelberg und Göttingen; 1959-1970 Vikar und Pfarrer in der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg und Militärpfarrer in Jever und Varel; nach der staatlichen Ausbildung für den höheren wissenschaftlichen Bibliotheksdienst in Göttingen und Köln 1972-1996 Leiter der Landeskirchlichen Bibliothek der Evangelischen. Landeskirche in Baden (Kirchenbibliotheksdirektor), 1989-1996 Geschäftsführer des Vereins für Kirchengeschichte in der Evangelischen Landeskirche in Baden, seitdem in Rente. - verheiratet seit 1960, zwei Söhne, drei Enkel - Promotion 1993 an der Universität Mainz über Jung-Stilling - zahlreiche selbständige und unselbständige Veröffentlichungen zur theologischen Bibliographie und Terminologie, zu Jung-Stilling und zur badischen Kirchen- und Regionalgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

 

Was macht für Sie den besonderen Reiz von Kirchengeschichte aus?
Kirchengeschichte - wie Geschichte überhaupt - dient dazu, die Gegenwart besser zu verstehen, in meinem Fall konkret: die Traditionen und Strukturen der Evangelischen Landeskirche in Baden, in der ich 24 Jahre lang tätig war, besser zu verstehen und zu beurteilen.

Welche Persönlichkeiten der Kirchengeschichte haben Sie besonders beeindruckt?
Drei prägende Gestalten der badischen evangelischen Kirchengeschichte haben mich besonders beschäftigt: der Erweckungsprediger und Pfarrer Aloys Henhöfer, der Dichter und Kirchenrat Johann Peter Hebel und der Erbauungsschriftsteller und Fürstenberater Johann Heinrich Jung-Stilling (dieser zwar kein geborener Badener wie Henhöfer und Hebel, doch in der Universalität seiner Lebensgeschichte - mit 18 Jahren in Heidelberg und Mannheim gleichsam zum Badener geworden - und seines Werks als Arzt, Wirtschaftswissenschaftler und religiöser Schriftsteller besonders eindrucksvoll).

Sie haben Ihre Promotion mit 61 abgeschlossen - ein echtes Lebensprojekt? Etwa 1984 wurde ich von dem mit Baden eng verbundenen Kirchengeschichtsprofessor Gustav Adolf Benrath in Mainz aufgefordert, doch - nach bereits zwei Berufsausbildungen und drei Staatsexamen - noch zu promovieren. Die etwa achtjährige nebenberufliche Arbeit daran wurde mir durch meine Tätigkeit als Bibliothekar der Landeskirche ermöglicht und wesentlich erleichtert. Dafür bin ich Professor Benrath und meinem damaligen Dienstvorgesetzten Oberkirchenrat Professor Günther Wendt zutiefst dankbar.

Als gebürtiger Berliner sind Sie mittlerweile in Baden heimisch geworden. Was hat Sie dazu bewogen, gerade hier Ihre zweite Heimat zu suchen?
Nachdem ich nach elfjähriger Pfarramtstätigkeit in Norddeutschland meine zweite Berufsausbildung abgeschlossen hatte, ergab sich nahtlos 1972 die Gelegenheit, als Nachfolger meines geschätzten Vorgängers Hermann Erbacher, die Leitung der Landeskirchlichen Bibliothek im Oberkirchenrat zu übernehmen. So lebe ich zusammen mit meiner Frau seit bald 42 Jahren in Baden, und das sehr gerne.

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