Neuerscheinung: Tagebuch von Carl Pister, 1914-1918

Karl Pister war eine bedeutende Persönlichkeit in Brühl. 1883 geboren, im Zivilberuf Magazinverwalter, mit 28 Jahren Gemeinderat, Anhänger der Sozialdemo­kratischen Partei. 1919 bis 1928 Bürgermeister von Brühl. 1933 verhaftet und ins Konzentrationslager Kislau gebracht. Dort 1936 entlassen, nach schwerer Krankheit 1938 verstorben.
Sein Tagebuch, zwischen 1914 und 1918 akribisch geführt, macht die inneren Gegensätze greifbar, die das Leben vieler Frontsoldaten damals prägte: Sozial­demokrat und dem Kaiser und dem Reich treu ergeben. Im täglichen Kampfeinsatz mit dem Tode bedroht und zugleich Achtung vor dem Feind, dem es nicht anders ergeht. Karl Pister bedrücken auch die Veränderungen in der Gesellschaft, die er während der Kriegsjahre wahrnimmt: Die zunehmende Entfremdung zwischen Heimat und Front. Die wachsende Distanz zwischen Offizierskorps und Mannschaften. Die Spannungen zwischen der Etappe und der Front. Und schließlich die ständige Hoffnung auf Frieden, die durch den ebenso ständigen Fortgang des Krieges zunichte gemacht wird. Die Lektüre des Tagebuches lässt verstehen, weshalb die Bevölkerung zwischen den Kriegen die Erinnerung an die Jahre 1914 bis 1918 sehr intensiv pflegte.

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