50 Jahre Leibniz-Gymnasium Östringen - Neuerscheinung

1968 wurde eine Institution ins Leben gerufen, die aus Östringen und der gesamten Region nicht mehr wegzudenken ist: das Leibniz-Gymnasium. Neben den intensiven Bemühungen des damaligen Bürgermeisters Hermann Kimling verdankt das Gymnasium seine Gründung einer damals neu erkannten Notwendigkeit von internationaler Bedeutung. Die "Bildungsreserve auf dem Land" musste erschlossen werden, um im technologischen Wettrennen zwischen der westlichen Welt und der Sowjetunion mit gut ausgebildetem Fachpersonal zu antreten zu können - die ersten LGÖler und LGÖlerinnen sind also quasi Kinder des Sputnik-Schocks. Wie groß der Bedarf bei der ländlichen Kraichgau-Bevölkerung war, zeigten die schnell zunehmenden Schülerzahlen. Startete man noch mit 102 Schülern, erreichte die Schülerzahl ihren Höchststand von 1590 im Jahr 2011, um sich bei heute etwa 1350 Schülern einzupendeln. Inzwischen steuert die Zahl der Abiturienten auf insgesamt 5000 zu - plus ungezählte Mitschüler, die das LGÖ nicht mit dem Abitur in der Tasche verließen. Wer jemals frühmorgens, bevor die Türen aufgingen, im Foyer die Mosaiksteinchen gezählt hat, wer in der großen Pause seine Runden um den Betonbau gedreht hat, wer sich die drei Etagen zu der Galerie ganz oben hochgepaukt hat, der ist und bleibt LGÖ-ler. Nimmt man auch all die Eltern, die angestellten Mitarbeiter und die Heerscharen an Lehrkräften hinzu, wird schnell deutlich: Fast jeder aus Östringen und Umgebung hat irgendeinen direkten oder indirekten Bezug zu dem stattlichen Gymnasium, das inzwischen zu einem großen Schulzentrum mit einem weitläufigen Gebäudekomplex angewachsen ist.

Nun kann diese Institution am südlichen Ortsrand Östringens auf 50 Jahre zurückblicken. Als der Verlag Regionalkultur, der tatsächlich von drei ehemaligen LGÖ-lern gegründet wurde, mit der Idee für eine Schulchronik auf die Schulleiterin Ulrike Sauer-Ege zukam, war schnell klar: Dieses halbe Jahrhundert muss erzählt und für kommende Generationen bewahrt werden. Ein Team von Lehrerinnen und Lehrern war sofort bereit, die Chronik inhaltlich zu stemmen und Beiträge zu sammeln. Und so kommt als einer der leitenden Köpfe der ersten Stunden der langjährige Konrektor Leonhard Dörfer mit Erinnerungen aus der Entstehungszeit des LGÖ und der Ära Grillenberger zu Wort. Mit Andreas Borchers, Dr. Klaus Gaßner und Thomas Liebscher steuern ehemalige Schüler, die heute im Journalismus tätig sind, ihre persönlichen Schlaglichter aus den Anfangsjahren bei. Schüleraustausch, Theater, Kabarett und Schülerzeitungen sind Themen aus der Schulgeschichte, die bei vielen Ehemaligen Erinnerungen wecken werden.

Nach der Behebung des damaligen "Bildungsnotstandes" hat das LGÖ dann noch so manche bildungspolitische Neuausrichtung im Schulalltag umsetzen müssen - zuletzt die parallele Einführung des G8- und G9-Zuges. Ein zweiter Schwerpunkt der neuen, reich bebilderten Schulchronik ist deshalb das aktuelle Schulleben. „Aufgrund seiner Größe“, so betont die LGÖ-Schulleiterin Sauer-Ege, „können auch seltenere Fächer, sogenannte Orchideenfächer, als Kurse eingerichtet und verschiedene Profile angeboten werden“. So entsteht eine breite Palette an schulischen und außerschulischen Aktivitaten im mathematisch-naturwissenschaftlichen, sozialen, musischen und sportlichen Bereich. Auch die anderen Facetten der Schulgemeinschaft wie SMV, Elternbeirat und Schulfeste dürfen in einer Schulchronik selbstverständlich nicht fehlen.

In der umfangreichen, bebilderten Auflistung der Lehrer und Abiturienten aus fünf Jahrzehnten können alle LGÖ-ler sich, ihre Schulkameraden und Lehrer wiederfinden. Besonders stolz ist das Autorenteam rund um Brigitte Baumgartner - auch eine ehemalige Schülerin und jetzt Lehrerin am LGÖ - auf die „Ehemaligen-Porträts“, in denen frühere Schülerinnen und Schüler von ihrem Werdegang erzählen - lebendige Rückblicke auf die Schulzeit und Perspektiven in die Zeit danach.

Sowohl für die jetzige Schülerschaft, die Eltern und Lehrer als auch für alle anderen Leser ist auf 160 Seiten ein unterhaltsamer, anregender und aufschlussreicher Ausflug in die Schulgeschichte entstanden. Der von dem ehemaligen Kunstlehrer Jens Neckermann ansprechend gestaltete Band wurde pünktlich zum Sommeranfang von Verlagschefin Andrea Sitzler an die Schulleiterin Ulrike Sauer-Ege übergeben und ist nun für 17,90 Euro in der Schule, im Buchhandel und beim Verlag Regionalkultur erhältlich. 

Auf dem Bild zu sind zu sehen, von links nach rechts: Jens Neckermann, Thomas Liebscher, Ulrike Sauer-Ege, Andrea Sitzler, Brigitte Baumgartner, Petra Fischer, Günter Wolf

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